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Dienstunfähig als Beamter: Widerruf, Probe, Lebenszeit

Ratgeber · Dienstunfähigkeit

Dienstunfähig als Beamter: Was bei Widerruf, Probe und Lebenszeit passiert

Der Beamtenstatus entscheidet, ob Sie Ruhegehalt bekommen – oder entlassen werden.

Viele Beamte gehen davon aus, dass der Dienstherr bei Krankheit für sie sorgt. Das stimmt erst nach einigen Jahren, und auch dann nur teilweise. Am Anfang der Laufbahn ist die Lücke am größten. Ein Überblick, Stufe für Stufe.

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Pro B Ratgeber · Stand: 6. Oktober 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten

Dienstunfähig – was heißt das überhaupt?

Dienstunfähig ist, wer wegen seines körperlichen Zustands oder aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft unfähig ist, seine Dienstpflichten zu erfüllen. Darüber entscheidet der Dienstherr, meist nach amtsärztlicher Untersuchung (§ 26 BeamtStG ↗). Vorher prüft er, ob eine andere Verwendung möglich ist oder eine begrenzte Dienstfähigkeit – also Dienst mit reduzierter Arbeitszeit und entsprechend geringerer Besoldung (§ 27 BeamtStG ↗).

Wichtig für jede private Absicherung: Der Dienstherr entscheidet über den Status, der Versicherer zahlt nach seinen Vertragsbedingungen. Beides muss zusammenpassen.

Beamte auf Widerruf: Entlassung statt Ruhestand

Im Vorbereitungsdienst – Lehramtsanwärter, Polizeianwärter, Finanzanwärter – gibt es bei Dienstunfähigkeit in aller Regel kein Ruhegehalt. Die Folge ist die Entlassung. Für die Dienstzeit werden Sie in der gesetzlichen Renten­versicherung nachversichert. Für eine nennenswerte Erwerbsminderungsrente reicht das nach wenigen Dienstjahren meist nicht.

Gerade hier ist die Lücke am größten – und gleichzeitig ist die Absicherung am günstigsten, weil Sie jung sind und meist gesund. Eine DU-Versicherung sollte ausdrücklich auch die Entlassung wegen Dienstunfähigkeit abdecken.

Beamte auf Probe: Es kommt auf die Ursache an

Beamte auf Probe sind in den Ruhestand zu versetzen, wenn sie infolge einer Krankheit oder Beschädigung dienstunfähig werden, die sie sich ohne grobes Verschulden bei Ausübung oder aus Veranlassung des Dienstes zugezogen haben. In anderen Fällen können sie in den Ruhestand versetzt werden (§ 28 BeamtStG ↗).

Die meisten Erkrankungen haben aber nichts mit dem Dienst zu tun – etwa ein Bandscheibenvorfall nach dem Sport oder eine psychische Erkrankung. Solange die Wartezeit für ein Ruhegehalt nicht erfüllt ist, endet das in der Praxis oft mit der Entlassung und der Nach­versicherung wie im Vorbereitungsdienst.

Beamte auf Lebenszeit: Ruhegehalt – aber mit Lücke

Auf Lebenszeit werden Sie bei Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt. Ein Ruhegehalt gibt es, wenn die Wartezeit erfüllt ist – in der Regel fünf Jahre Dienstzeit, bei einem Dienstunfall auch früher. Die Höhe richtet sich nach Ihren Dienstjahren:

  • je ruhegehaltfähigem Dienstjahr 1,79375 Prozent der ruhegehaltfähigen Bezüge,
  • ein Teil der Zeit bis zum 60. Lebensjahr wird als Zurechnungszeit hinzugerechnet,
  • bei vorzeitigem Ruhestand kann ein Abschlag von bis zu 10,8 Prozent anfallen,
  • nach unten sichert die Mindestversorgung ab – im Saarland 2026 rund 2.108 Euro brutto.

Davon gehen noch Steuern und die private Kranken­versicherung ab. Gerade in den ersten Jahren auf Lebenszeit liegt das Ruhegehalt deshalb oft weit unter dem, was Sie im aktiven Dienst verdient haben. Mit unserem DU-Rechner sehen Sie Ihre Lücke in einer Minute.

Status im Vergleich

StatusFolge bei Dienstunfähigkeit (nicht dienstbedingt)Versorgung
Widerrufin der Regel EntlassungNach­versicherung in der gesetzlichen Rente, meist geringe Ansprüche
ProbeRuhestand nur in bestimmten Fällen, sonst häufig Entlassungbei Entlassung wie Widerruf; Ruhegehalt bei dienstbedingter Ursache
LebenszeitRuhestandRuhegehalt nach Dienstjahren, mindestens die Mindestversorgung

Vereinfachte Darstellung nach Beamtenstatusgesetz und Beamtenversorgungsrecht. Landesrecht kann im Detail abweichen; verbindlich ist die Auskunft Ihrer Versorgungsstelle.

Worauf es bei der privaten Absicherung ankommt

  • Echte DU-Klausel: Der Versicherer leistet, wenn Sie wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt oder entlassen werden – ohne eigene, abweichende Prüfung.
  • Schutz für Widerruf und Probe: Die Entlassung wegen Dienstunfähigkeit muss ausdrücklich mitversichert sein.
  • Passende Rentenhöhe: In der Ausbildung und auf Probe ist die Lücke am größten, später kleiner. Manche Verträge bilden das in Phasen ab.
  • Nach­versicherung: Bei Verbeamtung auf Lebenszeit, Beförderung oder Familienzuwachs sollte die Rente ohne neue Gesundheitsprüfung steigen können.

Welche Lösung zu Ihrer Laufbahn passt, besprechen wir auf unserer Seite zur Dienstunfähigkeits­versicherung für Beamte. Für Lehrkräfte und Polizei gibt es eigene Seiten mit Beispielen: Lehrer und Polizei.

Stefanie und Joris Hein von Pro B in Saarbrücken
Pro B Ver­sicherungs­makler GmbH · Saarbrücken

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Stefanie & Joris Hein.

Wir prüfen DU-Klauseln im Wortlaut und ver­gleichen nicht nur Beiträge. Einige unserer Kundinnen und Kunden begleiten wir seit ihrem Referendariat.

Stefanie HeinGeschäftsführerin und Spezialistin für Beamte und den öffentlichen Dienst
Joris HeinSpezialist für Lehrer:innen und Beamte

„Ich bin im Rahmen meines Referendariates vor über 10 Jahren an Frau Hein geraten und fühle mich seither gut beraten und informiert.“

Tanja K. · Google-Rezension, gekürzt
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Häufige Fragen

Dienstunfähigkeit kurz beantwortet.

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Ab wann bekommen Beamte bei Dienstunfähigkeit ein Ruhegehalt?

In der Regel nach einer Wartezeit von fünf Jahren Dienstzeit. Geht die Dienstunfähigkeit auf einen Dienstunfall zurück, kann ein Ruhegehalt auch früher zustehen.

Was ist der Unterschied zwischen BU und DU?

Eine Berufsunfähigkeits­versicherung prüft selbst, ob Sie Ihren Beruf noch ausüben können. Eine echte DU-Klausel knüpft dagegen an die Entscheidung des Dienstherrn an. Für Beamte ist das der wichtigere Maßstab.

Brauche ich als Beamter auf Lebenszeit noch eine DU-Versicherung?

Das hängt von der Lücke ab. In den ersten Jahren auf Lebenszeit liegt das Ruhegehalt oft weit unter der Besoldung. Später wird die Lücke kleiner. Ein Rechenbeispiel zeigt, ob und wie lange sich eine Absicherung lohnt.

Was bedeutet begrenzte Dienstfähigkeit?

Statt in den Ruhestand zu gehen, arbeiten Sie mit reduzierter Arbeitszeit weiter. Die Besoldung sinkt entsprechend. Ob eine private Versicherung dann leistet, regeln die Bedingungen sehr unterschiedlich.

Was passiert bei einem Dienstunfall?

Bei einem Dienstunfall greift die beamtenrechtliche Unfallfürsorge. Beamte auf Probe sind bei dienstbedingter Dienstunfähigkeit in den Ruhestand zu versetzen, und ein Ruhegehalt kann auch vor Ablauf der Wartezeit zustehen.

Quellen: § 26 BeamtStG · § 27 BeamtStG · § 28 BeamtStG · Beamtenversorgungsrecht (Bund als Orientierung, Landesrecht Saarland). Stand: Oktober 2026. Keine Versorgungsauskunft und keine Leistungszusage.

Die Lücke kennen

Am Anfang ist die Lücke am größten – und die Absicherung am leichtesten.

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